Eigentlich war nie geplant, dass dieser Blog ein Abfalleimer für meinen persönlichen Ballast wird. Und ich verspreche euch hoch und heilig, dass es in Zukunft auch wieder Blogs geben wird, die euch mit einem Lächeln bereichern. Ich überlegte lange diesen Blog überhaupt zu verfassen und dann bestimmt noch einmal so lange, Ihn zu posten, aber auch dieser Teil gehört eben zu mir. Und vielleicht tut es manchmal gut zu wissen, dass irgendwo da draussen ein Mensch ist, dem es ähnlich ergeht oder ergangen ist, wie einem selber.

Ich schreibe heute über das Verlieren. Es gibt viele verschiedene Arten zu Verlieren. Man kann etwas ganz banales verlieren, wie einen Haargummi oder einen Schlüssel. Es gibt aber auch Verluste, die einen größeren Einfluss auf unser Leben nehmen, wie der Verlust von einem Job oder den Verlust einer Liebe. Auch die meisten Sportler wissen, was es heißt zu verlieren. Verlieren. Wenn man so recht überlegt, ist Verlieren in den meisten Fällen eine eher negative Erfahrung, auf die man gerne ohne weiteres verzichten würde.

Aber der wohl schlimmste Verlust ist es, einen Menschen zu verlieren, den man von ganzen Herzen liebt. Dieser Schmerz ist schlimmer, als alles, was man je geglaubt hat fühlen zu können. Er nimmt einem die Luft zum Atmen und Alles, an das man je geglaubt hat. Dieser Schmerz, der einen innerlich zerreisst und irgendwie Alles in einem ersticken lässt. Es ist nicht der Boden, der einem unter den Füssen weggerissen wird, sondern die ganze Welt.

Ich fühlte mich gefangen, in einem Strudel der Hilflosigkeit. Wie ein ferngesteuerter Roboter, der von außen zuschaut, mit einer Millionen Gedanken im Kopf, ohne die Möglichkeit ins Geschehen einzugreifen. All diese Gefühle; diese unendliche Wut, die unbegreifliche Trauer. Die Zeit steht still und rennt zugleich, Sekunden sind wie Stunden und Stunden sind wie Sekunden. Man kämpft mit sich selber, eigentlich mit Allem, wohlwissend, dass man diesen Kampf nicht gewinnen kann. Man begreift die Situation nicht, obwohl man Sie im gleichen Moment durchlebt und vielleicht will man Sie auch gar nicht begreifen. Man möchte aufwachen, aber man ist bereits wach. Alles erscheint plötzlich so unendlich sinnlos. Man will Herr über Leben und Tod sein, aber das ist man nicht. Es ist nicht das Schlimmste, was man jemals erlebt hat, denn es geht weit darüber hinaus.

Ich habe im letzten Jahr sehr oft gehört, wie stark ich sei und mich gefragt, was es überhaupt bedeuten soll stark zu sein. Ich fragte mich, ob Stärke überhaupt für andere Menschen sichtbar ist. Du bist stark, weil du nicht weinst bei unserem Gespräch, aber vielleicht habe ich nicht geweint, weil alle Tränen der Welt in den letzten Monaten über mein Gesicht gekullert sind. Du bist stark, weil du dir ein Eis holst und etwas isst. Wie hätten Sie auch wissen können, dass es dein letztes Eis war, was ich dir ins Krankenhaus brachte.

Einen Menschen, den man liebt zu verlieren und zu sehen, wie er leidet ist ein unerträgliches Gefühl. Man sagt, dass die Bilder mit der Zeit vergehen, aber das tun sie nicht. Wie könnten Sie. Wie könnte man jemals vergessen, dass der beste Mensch, dem man jemals begegnet ist, so unendlich viel Leid ertragen musste. Jeden Tag und jede Nacht, die man weinend am Krankenhausbett sass. Das kann man nicht vergessen.

Man erinnert sich auch an all die wunderschönen und unvergesslichen Momente, die man zusammen verbringen durfte. Unweigerlich tauchen aber auch diese anderen Gedanken wieder auf, die einen in einem großen Tränenmeer versinken lassen. Dann ist er wieder da, dieser Schmerz.

Es ändert einen, es ändert die Gefühlswelt, es ändert sich irgendwie alles. Eben noch glücklich über einen schönen Moment, überkommt mich im nächsten Moment tiefe Trauer. Manchmal ist es ein Lied, ein Wort, ein Geruch, eine Szene im Tv oder einfach nur ein Gedanke. Diese Gedanken sind ein ständiger Begleiter, bei jedem meiner Schritte. Und hinzu kommt natürlich auch die Angst vor dem, was einen selber einmal erwarten wird.

Man sagt, dass man Dinge manchmal erst richtig zu schätzen weiß, wenn man Sie nicht mehr hat oder Sie verliert. Ich wusste dich immer zu schätzen, jede Sekunde meines Lebens. Und doch hat dieser Spruch etwas Wahres. Man wünscht sich so sehr, die gemeinsame Zeit noch viel intensiver genutzt zu haben. Man fragt sich, was man hätte besser machen können oder wie man noch mehr seine unendliche Liebe zum Ausdruck hätte bringen können. Wie egoistisch man war, sich so unendlich sicher zu fühlen, später mit dir auf unserer Insel Mallorca gemeinsam in unserer Finca zu wohnen. Auf der Terrasse den Klänge deiner Gitarre zu lauschen und den Duft deiner Pfeifen zu riechen, wie ich es immer so gerne getan habe. Gemeinsam mit dir zu musizierenund dich zu pflegen, wenn du es irgendwann einmal selber nicht mehr gekonnt hättest.

Es mag klingen wie ein Klischee, aber es ist so unendlich wichtig, die Dinge zu tun, die man liebt, solange man die Möglichkeit hat. Denn am Ende weiß man nie, was einen vielleicht schon in ein paar Stunden ereilen wird.

Was würde ich dafür geben noch einmal diesen Geruch zu riechen und noch einmal eines unserer Lieblingslieder mit dir zu musizieren.

Ich hoffe, dass da oben ab und an eine große Session steigt. Mit dir und Kurt, Jimi, John, Freddy und vor allem mit Amy, von der du stets sagtest, dass eigentlich nur Sie oder ich, für dich als Sängerinnen deiner Band in Frage kämen.

Deine gutmütige, herzliche und hilfsbereite, liebevolle Art und Weise wird so vielen von uns hier unten für immer in Erinnerung bleiben. Du warst nicht nur mein Vater, sondern auch mein bester Freund, mein Beschützer und der beste Mensch, den ich jemals kennenlernen durfte. Du hast das Leben so vieler Menschen so unglaublich bereichert.

Das Leben geht weiter, irgendwie, aber es ist nicht mehr das gleiche wie zuvor. Aber ich versuche nach vorne zu schauen, für dich und weil ich weiß, dass du es dir gewünscht hättest. Und ich hoffe, dass du stolz auf mich bist, so wie ich es immer auf dich war, den besten Vater auf der Welt. Ich denk an dich, für immer!

So, so you think you can tell
Heaven from Hell,
Blue skys from pain.
Can you tell a green field
From a cold steel rail?
A smile from a veil?
Do you think you can tell?

And did they get you to trade
Your heros for ghosts?
Hot ashes for trees?
Hot air for a cool breeze?
Cold comfort for change?
And did you exchange
A walk on part in the war
For a lead role in a cage?

How I wish, how I wish you were here.
We’re just two lost souls
Swimming in a fish bowl,
Year after year,
Running over the same old ground.
What have we found?
The same old fears.
Wish you were here.