Bloggen um zu Bloggen

Lange Zeit ist es ruhig um mich geworden und irgendwie hängt dies wohl unweigerlich mit den aktuellen Geschehnissen auf der Welt und in meinem Leben zusammen.

Ich habe mich oft an den Laptop gesetzt und angefangen zu schreiben, oder in der Nacht sprudelten die Ideen nur so in meinen Kopf, aber irgendwie gab es schlussendlich immer einen Grund keinen neuen Blog zu posten.

Ich fühle mich wie in einem Strudel der Kontroversen. Weil Ausländer keine Ausländer sind und Flüchtlinge keine Flüchtlinge, sondern Menschen einfach Menschen sind. Und dennoch passieren auf der Welt schreckliche Dinge und es wird von Tag zu Tag schlimmer. Auf Facebook sieht man tagtäglich Posts, die man eigentlich gar nicht mehr ertragen kann und will. Menschen, von denen man dachte Sie zu kenne, die plötzlich ganz andere Seiten von sich zeigen. Gefährliches Halbwissen, oder in vielen Fällen manchmal auch gar kein Wissen. Menschen, die denken man könne Gewalt mit Gewalt bekämpfen. Menschen, die mal begreifen sollten, dass Religionen schon immer Grundlagen von Kriegen waren, aber das Gewalt und Krieg keine Religion hat, sondern die Menschen, die Sie fälschlich interpretieren.

Ich frage mich, wo eigentlich dieser Hass auf der Welt herkommt? Alles gerät ausser Kontrolle, vieles, was sich bereits langmütig angekündigt hat und dennoch einen großen Aufschrei mit sich bringt und für viele Leute scheinbar eine große Überraschung ist. Ich frage mich manchmal, wo diese Leute leben und machmal frage ich mich auch, wo ich eigentlich lebe?

Dies wird kein gewöhnlicher Blog. Es geht nicht um Schönheit, oder Make-Up, oder all diese Dinge, die im Alltag wichtig erscheinen und am Ende doch so irrrelevant sind. Es ist ein trauriger Blog, denn ich bin traurig und wütend auf die Welt und die Menschen und manchmal auch auf mich. Es ist ein Blog ohne Bilder, denn schlimme Bilder sieht man täglich genug!

Ach ja und was ist eigentlich mit dem Welthunger, die Leute die in Afrika täglich an Hungertod sterben? Was ist mit den Ländern in denen seit eh und je Krieg herrscht? Werden diese Dinge tatsächlich von der Menschheit verdrängt, oder ist es nicht wichtig, weil man nicht persönlich betroffen ist, weil es weit weg ist?

Es scheint fast wie eine bittere Ironie, dass ich kurz nach meinem letzen Post anfing einen Beitrag zu schreiben, in dem es um das Glück und Glückseligkeit ging. Ich ärgerte mich in der Zeit oft über mich selber, weil man sich mit so vielen Nichtigkeiten beschäftigt und darüber hinaus vergisst einfach mal glücklich zu sein und zu schätzen, was einen umgibt.

Tja was soll ich sagen, an dem Tag, wenige Stunden, nachdem ich diesen Beitrag über Glückseligkeit verfasste, passierte etwas schreckliches. Mein Mann musste mich unter Tränen informieren, dass unser kleiner Kater, der gerade einmal 6 Monate bei uns war, bei einem schrecklichen Unfall verstorben war. Für manche ist es vielleicht nur ein Tier, aber für mich ist meine Welt zusammen gebrochen. Da stand ich also da, mit meinem Beitrag über Glückseligkeit, eben noch glücklich und dankbar über die Menschen und die Liebe in meinem Leben und all die kleinen Dinge, die man selten zu schätzen weiß und von jetzt auf gleich war ich erfüllt von Trauer und Schmerz.

Nach einiger Zeit spielte ich mit dem Gedanken, den Beitrag zu veröffentlichen, da ich Ihn mit viel Herz verfasst habe. Ich versuchte mir einzureden, dass ich dankbar sein sollte für die schöne gemeinsame Zeit und das alles im Leben, so unerträglich es auch sein mag, irgendwo einen tieferen Sinn hat.
Aber schaltet man den Fernseher ein und schaut die Nachrichten, oder geht einfach mal mit offenen Augen durch das Leben, fängt man an sich zu fragen, ob diese Glückseligkeit nicht immer auch mit einem gewissen Egoismus verbunden ist.

Leider ereilten mich in den letzten Tagen weitere schlimme persönliche Nachrichten. Der Mensch, der seit meiner Geburt für mich stets mein wichtigster Begleiter war, ist schwerkrank. Nun stehe ich wieder hier, überfordert von der Welt und überfordert mit mir selber. Trauer, Angst und Hass sind meine Begleiter.

Und bei all dem sollte man dennoch nicht vergessen dankbar zu sein, für die Dinge und die Zeit die man hat und haben durfte.

Ich möchte meinen Beitrag über die Glückseligkeit zurückstellen und schreibe diese weniger von Glückseligkeit erfüllten Zeilen. Dieser Beitrag wird keine Menschen aufwecken und vielleicht auch nicht so oft gelesen, wie ein Beitrag über Tattoos, Make-Up und Co. Und dennoch möchte ich Ihn posten.

Denn ich bin müde!!!! Müde von all den schrecklichen Dingen auf der Welt, die die Menschen selber erschaffen, obwohl es bereits genug Elend gibt.

„Ich bin müde, Boss… Am meisten müde bin ich, Menschen zu sehen, die hässlich zueinander sind. Der Schmerz auf der Welt und das viele Leid, das macht mich sehr müde. Es gibt zuviel davon. Es ist als wären in meinem Kopf lauter Glasscherben. John Coffey „The Green Mile.“