Wenn man mir diese Frage stellen würde, würde ich Sie definitiv mit „Leidenschaft“ beantworten. Irgendwie witzig „Leidenschaft“, was für ein passendes Wort 😉

Mir war schon immer klar, dass ich irgendwann viele Tattoos haben möchte und auch werde. Schon damals als ich ganz stolz meine erste Bravo in der Hand hielt und es in der „Foto-Love-Story“ um ein Mädchen ging, was sich unsterblich in einen Tätowierer verliebte und sich Ihr erstes Tattoo stechen lies. In diesem Moment war mir klar, wenn ich „groß“ bin, möchte ich auch mal viele Tattoos haben. Als ich meiner Mutter damals davon berichtete, stand Ihr nicht unbedingt das Glück ins Gesicht geschrieben. Auch mein Vater fürchtete, dass ich irgendwann so viele Tattoos wie Amy Winehouse haben werde. Tja was soll ich sagen, ich glaube den Zahn musste ich Ihm ziehen.

Bedeutung oder nicht Bedeutung, das ist hier die Frage! Irgendwie hat doch jede Tattoo eine Bedeutung, oder würde es man sich sonst stechen lassen? Vielleicht hat nicht jedes Tattoo die gleiche tiefgründige Bedeutung, aber dennoch muss man ja einen bestimmten Beweggrund haben, sich beispielsweise eine Blume stechen zu lassen und sei es nur der Anblick der Blume, welcher eine an laue Sommernächte und den traumhaften Duft der Blume erinnert.

Mein erstes Tattoo habe ich mir schon recht früh stechen lassen. Spontan, auf Mallorca. Einen arabischen Schriftzug der Wörter Feuer und Shams (Sonne). Feuer, weil mein Sternzeichen Löwe ein Feuerzeichen ist und die Sonne, weil Sie für Stärke steht. Es folgten weitere Tattoos mit den für mich unterschiedlichsten Bedeutungen. Ein spanischer Satz am Handgelenk, der mich täglich daran erinnert, das beste aus meinem Leben zu machen: „El sentido de la vida es, darle a tu vida un sentido“. ( Der Sinn des Lebens ist es, seinem Leben einen Sinn zu geben *Kool Savas / Bester Tag deines Lebens). Auch ein Peace-Zeichen aus Blumen schmückt meinen Arm, für mich ein sehr wichtiges Symbol, denn Frieden ist für die Welt unendlich wichtig. Meinen Oberarm ziert einen Auszug aus dem Lied Sky and Sand von Paul Kalkbrenner „And we build up castles in the sky and in the sand“, dieser soll mich mahnen, dass Leben nicht immer zu ernst zu nehmen und das Träumen bei all dem Alltag nicht zu vergessen.

Dann gibt es da noch ein Tattoo, dass ich stetig erweitere und hoffentlich noch viele Jahr erweitern kann. Auf meinem Arm halte ich die Flughafen-Codes von all den unvergesslichen Orten auf der Welt fest, die ich bereist habe. Immer, wenn ich wieder einen neuen tollen Ort entdeckt habe, kommt er zu meiner Sammlung. Jedes mal, wenn meine Blicke über meinen Arm schweifen, spüre ich all die tollen Erinnerungen und Momente noch einmal.

Aber ich liebe nicht nur die Kunst auf meiner Haut, sondern auch das ganze Drumherum. Die Vorfreude auf den Termin und die Aufregung kurz vorher. Gespannt zu beobachten, wie der Tätowierer deine Vorlage zeichnet und ich mich frage „Damn, Warum kann ich nicht so zeichnen?!“ (Wer mich kennt weiß, schon ein Strichmännchen kann bei Mary zur Schwierigkeit werden). Den Moment, wenn der Tätowierer das Tattoo mit dem Matritzenpapier auf die Haut aufträgt und man das Schmuckstück zum ersten mal an sich selber sieht. Das Surren der Tattoo-Maschine und die Faszination, wie nach und nach ein Kunstwerk entsteht. Vielleicht mag ich sogar ein bisschen den Schmerz, aber vor allem den Moment, wenn man ganz stolz sein neues Tattoo im Spiegel anschaut.

Für mich sind Tattoos nicht einfach nur Tattoos, es ist eine Art Lebenseinstellung. Das bin ich!