Eigentlich war für uns schon immer klar, dass wir unserem kleinen Tiger noch einen Partner an die Seite stellen möchten, denn wer möchte schon gerne alleine sein. Das ist bei uns Menschen so und bei Tieren sicherlich nicht anders.

Leider war in Luigis Wurf nur noch der kleine Schatz „verfügbar“. Für uns war dies jedoch kein Hindernis, den kleinen Schatz erst in unser Herz und dann auch voll und ganz in unsere Familie aufzunehmen. Eins war sicher, irgendwann werden wir Ihm einen kleinen Spielkameraden zur Seite stellen.

Und nun nach 7 Monaten war es soweit. Gestern kam sein kleines Brüderchen zu uns. Ganz schüchtern beäugte er uns aus seiner Transportbox. Auch Luigi hatte Ihn bereits entdeckt. Recht mutig wagte sich das kleine Mäuschen aus seiner Box, um seine neue kleine Welt zu entdecken und erkunden. Luigi passte das natürlich wenig in den Kram und wenn wir mal ehrlich sind, kann man das doch auch irgendwie nachvollziehen oder? Hand aufs Herz, stellt euch mal vor plötzlich kommt ein Riese in die Wohnung und setzt euch eine fremde Frau vor die Nase und sagt „So, die wohnt jetzt hier, viel Spaß“. Sicherlich wären die meisten not amused, ausser vielleicht, es handelt sich bei der Frau um Rihanna und man findet Sie super „hot“. Da dies eher unwahrscheinlich ist, ist die Wahrscheinlichkeit also ziemlich groß, dass man sich denkt „was soll der Scheiß?!“.

Aber natürlich muss man auch immer die anderen Seite sehen. Da bist du so ein kleiner Stinker und kaum auf der Welt geht es auf eine lange Reise mit dem Auto in einer kleinen Transportbox. Viele neue Geräusche und Gerüche, Stimmen und dieses komische Wackeln. Nach einer unerträglichen Autofahrt, völlig erschöpft, wirst du plötzlich irgendwo abgesetzt. Was ist das denn für ein Ort? Als wäre das alles noch nicht genug, nimmt dich dort auch noch so ein komischer Typ in Empfang. Irgendwie sieht er so auf wie du, aber doch viel größer. Doch anstatt dich liebevoll zu begrüßen, faucht „der misteriöse Typ in grau“ dich auch noch an und versucht dich mit seinen Pfötche zu „verkloppen“ Na schönen Dank auch! Zu allem Überfluss zieht genau jetzt auch noch ein Gewitter auf, natürlich! Was für ein blöder Scheißtag, denkt sich der Kleine.

Langsam wird es dunkel, aber an Schlaf ist nicht zu denken. Es gibt keinen Ort an dem der Kleine Schutz suchen kann, schließlich kennt er sein neues großes Zuhause noch gar nicht richtig. Und wer sind eigentlich diese Menschen, die mir die ganze Zeit sagen, ich solle keine Angst haben? Haben die eine Ahnung! Aber auch Luigi hat den Kanal mächtig voll. Im Bett kuscheln wie sonst, warum denn?! Das haben meine Menschen für die Aktion heute wirklich nicht verdient, oder? Er legt sich lieber auf die Wache, bevor er am Ende noch etwas verpasst. Aber auch der kleine Neuankömmling kommt nicht zur Ruhe. Viel zu aufregend war der Tag und so richtig weiß er wohl auch nicht, wo er schlafen soll.

Also spielen wir ein kleines „Spiel“. Der Kleine kommt alle 5 Min. unter unser Bett gelaufen, miauend in der Endlos-Schleife. Dieses Miauen ist für Luigi das Zeichen ins Schlafzimmer zu stürmen und den Kleinen durch die gesamte Wohnung zu jagen. Immer wieder höre ich die beiden fauchen. Und immer wieder kleine „Machtkämpfe“. Mir summt ein Lied durch den Kopf: „All night long, Yeah! All night long“. An Schlaf nicht zu denken, keine Spur. Es vergehen die Stunden…1 Uhr…2 Uhr…3 Uhr…4 Uhr…5 Uhr… Schlussendlich stehe ich auf, es bringt doch eh nichts denke ich mir. Ich setze mich also hin und während ich das „Kloppo-Tv“ verfolge, schreibe ich diesen Blog.

Ich bin froh, dass die Mäuse beide gegessen und getrunken haben, erstaunlicher Weise ohne größere Zwischenfälle. Auch Ihr Geschäft haben Sie zur Freude meiner Nase beide erledigt. Und auch sehe ich endlich kleine Fortschritte. Und ich weiß, dass Luigi „das alles“ nicht so böse meint, wie er tut. Auch wenn ich meinen kleinen Schatz mit dem riesen Goldherz nun auch mal von einer anderen Seite kennengelernt habe, so verstehe ich Ihn und liebe Ihn immer noch grenzenlos.

Sicherlich sind Wurfgeschwister für alle Beteiligten immer die beste Wahl, jedoch bereue ich absolut gar nichts und würde es immer wieder ganz genau so machen.

Und tief im Herzen weiß ich, dass die beiden schon bald ganz dicke Freunde werden und er den kleinen „Feind im Haus“ schon längst in sein Herzchen geschlossen hat. Bis es soweit ist, verfolge ich noch ein bisschen „Kloppo-Tv“ und werde mich schon bald wieder mit einer neuen Berichterstattung bei euch melden.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Tag und mir vielleicht doch noch ein paar Stunden Schlaf!