Ich liebe Reisen, dies muss ich jedoch ein bisschen genauer definieren. Reisen; dass ist für mich fremde Länder entdecken und Kulturen kennenlernen, Menschen aus aller Welt treffen und rund um die Welt schlemmen. Ich schaue mir gerne die vielen schönen Dinge auf dieser Welt an, aber auch die Kehrseiten und die vielleicht nicht so schönen und touristischen Ecken.

Was ich jedoch nicht liebe ist das „Fliegen“ und alles was dazu gehört. Ich würde sogar weiter gehen und sagen, dass ich es hasse. Schon das frühe Aufstehen am Morgen, oder gar das Einschlafen in der Nacht mit der Frage, ob man seinen Wecker auch korrekt gestellt hat und den 100sten fanatischen Blick auf das Handy, um den Flug ja nicht zu „verpennen“. Oft erspare ich mir als absoluter Last-Minute-Packer diesen Stress, weil ich mal wieder 1000 Dinge gleichzeitig zu erledigen habe und schaffe es erst gar nicht zu schlafen, sozusagen eine etwas kuriose „Win-Win-Situation“.

Angekommen am Flughafen erhofft man sich gemeinsame Plätze im Flugzeug, welche man sich am Gate in letzter Zeit immer öfter „erbetteln“ muss. Aber mal Hand aufs Herz, wenn das Scheißteil schon abstürzt, dann ja wohl bitte zusammen mit dem Menschen den man liebt. Den Gedanken von ganz hinten aus dem Flugzeug meinem Mann auf den vorderen Plätzen zuzurufen ;“Tschüß, leider kann ich mich nicht persönlich verabschieden, weil die Frau am Check-In einen schlechten Tag hatte“; finde ich mehr als verwerflich.

Weiter geht es bei den meist sehr (Ironie an) „freundlichen“ (Ironie aus) Mitarbeitern am Security-Check. Schon in Deutschland bin ich genervt von dem Gemaule der Mitarbeiter und den hektischen Leuten, die scheinbar Ihren ganzen Haushalt im Handgepäck transportieren. Mein absolutes Highlight sind aber die Sicherheits-Checks in den USA. Am liebsten bis zur Unterwäsche entkleidet und Barfuß reiht man sich hier gesittet in eine Endlosschlange ein, um sich anschließend von 3 Mitarbeitern im Nacktscanner begaffen zu lassen. Ich bin mir ziemlich sicher „Ich möchte das Nicht“, eine Wahl habe ich jedoch leider nicht. So präsentiere ich also den „freundlichen“ Mitarbeitern meine inneren Werte inkl. Piercings und Co.

Ich weiß viele Leute, davon auch welche unter euch, lieben den Start im Flugzeug. Ich sterbe jedes Mal ein kleines bisschen dabei. Ich mag diese ganze verflixte Situation nicht – da sitzt irgend so ein Typ vorne im „Flattermann“ und hat die Kontrolle über alle Menschen an Bord, kann ich einfach nicht leiden. Auch hasse ich die heimtückischen Luftlöcher über den Wolken. Ich habe eine andere Art von Humor als darüber zu lachen, dass mein Kaffee sich plötzlich nicht mehr auf dem Tisch unter mir, sondern an der Decke über mir befindet (Passiert auf einem Flug nach Irland).

Im Flugzeug wird mir schnell wieder klar „Ich hasse Menschen“. Ich hasse Herbert auf dem Sitz vor mir, der seine Rückenlehne bis zum Anschlag nach hinten stellt und mir das Orchester „The-very-Best-of-Schnarch“ präsentiert. Auch hasse ich den kleinen Alexander hinter mir, der seit 2 Stunden ohne Pause an meinem Sitz rüttelt und meine eh schon dünnen Nerven strapaziert. Wie praktisch, dass ich im Flugzeug eh kein Auge zu bekomme. Eine gute Gelegenheit sich mit dem Bord-Entertainment abzulenken, wie schade, dass dieses auf diesem Flug wieder einmal ausgefallen ist. Mich erwarten also 10 spannende Stunden voller „Nichts“. Zumindest die Dicke neben mir hat es gemütlich, nimmt Sie doch Ihren Sitzplatz und die Hälfte von meinem in Anspruch.

Wer mich kennt weiß, dass Ich gerne viel Wasser trinken, nicht jedoch im Flugzeug. 1 schwirrt da dieser Gedanke in meinem Kopf, was wohl passiert, wenn das „Irland-Luftloch“ wieder auftaucht, wenn ich gerade unterwegs bin und 2 Stichwort „Toilette“, wenn man Sie so nennen kann. Die Flugzeug-Toilette, der Ort, an dem selbst ich als Frau lerne, was es heißt im Stehen zu pinkeln. Jeglicher Gedanke an auch nur eine kleine Berührung mit dieser Toilette gleicht einem Kotzreiz.

Auch die schöne Aussicht kann mich nur wenig trösten, während ich damit beschäftigt bin mich unter der kleinen ausgeteilten Decke zu verstecken, weil mir die -20 Grad dank der Klimaanlage einfach zu kalt sind.

All in All; Für mich gibt es keinen schöneren Moment, als den, wenn das Flugzeug sicher am Boden gelandet ist, und ich dem eigentlichen Grund meines Vorhabens nachgehen kann, dem Reisen.

In diesem Sinne – Guten Flug und Gute Reisen!!!