Aber wo genau ist eigentlich dieses “Zuhause”?

Wir machen uns auf den Weg zu meinem Vater, „nach Hause“, zumindest nenne ich es so. In Essen bin ich geboren und habe einen Großteil meines Lebens dort verbracht. Als Zuhause habe ich es jedoch nie wirklich empfunden. Schon immer war ich ein kleiner Weltenbummler und habe es geliebt all die schönen Orte zu entdecken, die diese Welt zu bieten hat. Und dennoch empfinde ich auf der Fahrt ein wohliges Gefühl, es ist, wie nach Hause kommen, zu meinem Vater und auch zu meinen Freunden. Gedankenversunken schaue ich aus dem Auto und nehme die Umgebung wahr. Sie wirkt etwas trostloser, als die vielen grünen Felder im Umland von Leipzig, meiner aktuellen Heimat. Stadt reiht sich an Stadt, wir sind im Ruhrgebiet angekommen. Als wir durch Bochum fahren schwirrt mir, wie fast jedes Mal das Lied „Bochum“ von Herbert Grönemeyer durch den Kopf. Ich fange an zu Summen und habe ein Lächeln im Gesicht. Die Schilder der Autobahn-Brücken begrüßen uns in Essen.

Freunde sind für mich unverzichtbar und auch wenn ich vor einigen Jahren die Entscheidung getroffen habe nach Leipzig zu ziehen, so habe ich immer noch guten Kontakt zu meinen Freunden, die mich größtenteils schon viele Jahre und auch Jahrzehnte durch mein Leben begleiten. Aber ist Zuhause dort, wo Freunde und Familie sind? Ist es nicht unwichtig, ob man 10 oder 1000 Kilometer voneinander entfernt ist? Wichtig ist doch nur, dass man einander nicht vergisst.

Ich mag Leipzig sehr gerne, Leipzig ist eine tolle Stadt und ich habe viele besondere Menschen in Leipzig kennenlernen dürfen. Leipzig hat viel zu bieten; die tollen Badeseen und die vielen liebevoll restaurierten Altbauten, alles zu nennen, würde den Rahmen dieses Posts sprengen. Vor allem aber, ist Leipzig für mich die Stadt, in der ich meinem Traummann begegnet bin. War es doch eigentlich ein „Zufall“, dass es mich nach Leipzig verschlagen hat, so ist in den vergangenen Jahren sehr viel Positives in meinem Leben passiert. Ich habe nicht nur den tollsten Mann der Welt, sondern auch eine Firma mit super fleißigen Bienchen. Und so bin ich sicher, dass jeder Weg im Leben seinen Sinn hat, auch wenn man Ihn nicht immer gleich erkennt, oder manchmal Umwege nimmt.

Schon als kleines Kind habe ich meinem Vater erklärt, dass ich einmal auf Mallorca leben werde, wenn ich „groß“ bin. Ein kleines Lächeln huschte Ihm dabei über die Lippen, vermutlich weil er es als kindliche Schwärmerei abtat. Es vergingen Jahre um Jahre und ich habe, wann immer ich konnte, sehr viel Zeit auf Mallorca verbracht. Auf Mallorca habe ich hart gearbeitet, gelacht, genoßen und Freunde fürs Leben gefunden, aber auch geflucht, gehasst und die eine oder andere Träne vergossen. Ich liebe die unendlichen weiten des Meeres, den Geruch der Pinien und das Gefühl von Sonne auf der Haut. Ich kann mir keinen schönere Platz auf der Welt vorstellen.

Es ist dieses unbeschreibliche Gefühl von „ankommen“, jedes Mal, wenn ich aus dem Flugzeug steige und die mallorquinische Luft in mir aufsauge. Es ist Zuhause…….

Neben Mallorca gibt es aber noch eine weitere große Liebe in meinem Leben und diese ist das Reisen. Neue Länder zu entdecken, Kulturen und die Hotels dieser Welt. Ja, und wer mich kennt weiß, dazu gehört es natürlich auch, die vielen Köstlichkeiten und Leckereien zu testen, die es so gibt. Von der Garküche am Straßenrand in Asien bis hin zu den Feinschmecker Restaurants von New York. Ich liebe es die Welt mit all Ihren Facetten zu entdecken. „The World is a book, and those who do not travel read only a page.“ – Saint Augustine

Und während ich so überlege, wie genau sich Zuhause definieren lässt, so liegt es doch eigentlich auf der Hand – Ich bin Zuhause auf der Welt!!!